Kinderzentrum  Erfindungs - Reich

 

Kreativität kann ein Heilmittel für Kinder sein, Langeweile dagegen macht krank. Viele unserer Kinder erfahren von klein auf keine Förderung ihrer Fantasie.

Die meisten schauen schon vor dem Frühstück Fernsehen. Geld für Spielsachen oder Bastelmaterial ist in den wenigsten Familien vorhanden.

Als Ersatz dafür beginnen Kinder mit einer eigenen Ersatzform von Kreativität: Stören, Lärm, Zerstören. Damit stecken sie sich auch gegenseitig an. Einmal als "Meute" losgelassen, wird es für andere Kinder und auch Erwachsene gefährlich. Verletzungen und Sachbeschädigung sowie Diebstahl sind dann "normal"-

Das zu verhindern, hier zu lindern und zu heilen verlangt etwas mehr Angebot an Kreativität als in anderen Einrichtungen. Die Kinder fordern daher auch unsere eigene Kreativität heraus. Gemeinsam entstehen so "Kreativitätsinseln", es wird gebastelt und experimentiert, geschraubt, geschmiedet, geklebt, neue Spiele entworfen, geschweißt und und und...

Hier einige Beispiele:

Löwenzahn und ZDF im Kinderzentrum:

Mehr als zwei Jahre lang haben wir für das ZDF,Löwenzahn und den Atlas Verlag Experimente entworfen, insgesamt mehr als 350 ! Entstanden ist ein großes Sammelwerk für kleine Experimentierer, das der Atlas Verlag heraus gibt. Ein Fotograf kommt ins Kinderzentrum und viele unserer Kinder sind bei den Experimenten auf den Sammelkarten zu sehen. Es ist das bisher größte Projekt dieser Art im Kinderzentrum gewesen.

Teelicht oder Eiswürfel - damit kann man ein Radio zum Laufen bringen

Es ist Winter, Sie nehmen eine Hand voll Schnee, geben es in einen Aluminium Behälter und Ihr Radio läuft. Oder Sie machen eine Kanne Wasser heiß und "gießen" damit Ihren Radio - und er läuft!. Dieses kleine Wunder vollbringt ein "Thermoelement". Darüber sind wir beim Basteln gestolpert, haben ausprobiert und entwickelt. Das kam dem Bundestagsabgeordneten Hans Josef Fell aus Hammelburg zu Ohren. Die Folge war eine Einladung an Herrn Wagner im Jahr 2005 nach Berlin. Neben Vertretern von Siemens, Infineon, BASF, Fraunhofer Institut Freiburg, Uni Tübingen etc. war das Kinderzentrum vertreten. Dieses Treffen hatte Folgen. Im November 2005 wurde das Kinderzentrum zusammen mit den oben genannten Firmen Mitbegründer der "Deutschen Thermoelektrischen Gesellschaft". Inzwischen wird ein Bausatz von uns bei der renommierten Firma Conrad Elektronik amgeboten, Stichwort "Thermogenerator". Seither sind viele Radios und Bausätze dieser Art von den Kindern gebaut worden. Auch die Lehrer unserer Kinder staunten, als sie ein "Teelicht Radio" präsentiert bekamen. Und wann können Kinder schon mal ein großes Lob dieser Art von Lehrern einheimsen? Das war in der Tat sehr heilsam für sie.

Wenn Kinder Bausätze für andere Kinder mit entwerfen

Ganz in der Nähe von Würzburg ist der Sitz von Europas größtem Anbieter in Sachen Bausätze für Schulen. Wir haben für diese Firma mehrere Bausätze entwickelt. In den letzten 10 Jahren haben mehr als 30 000 Kinder in Europa unsere Bausätze nachgebaut. Vom Teelicht Hubschrauber bis zum Rainbow Disco Light. Und es werden ständig mehr.

Saudi Arabien im Kinderzentrum

2005 bekamen wir Besuch von 5 Lehrerinnen und ihrer Rektorin, Fr. Gerda Kuhfittig aus Jeddah, der Hafenstadt am Roten Meer. Fr. Kuhfittig war Rektorin einer Schule für geistig behinderte Kinder ganz in der Nähe des Kinderzentrums. Sie leitet nun seit vielen Jahren das "Health Center", in Jeddah, eine Schule, die modellhaft für den vorderen Orient ist. Sie erfuhr von unseren Experimenten für Löwenzahn und lud Hr. Wagner ein, seine Erfahrung und sein Wissen geistig behinderten Kindern in Saudi- Arabien zur Verfügung zu stellen. So war er 2005 und 2006 jeweils 14 Tage dort. Seither besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen unseren Einrichtungen. 2006 stellte Herr Wagner dem Health Center sein Wissen über die Herstellung von Glasperlen zur Verfügung. Wir haben im Kinderzentrum eine spezielle Methode entwickelt, den zum Erzeugen einer heißen Flamme notwendigen Sauerstoff fast kostenlos erzeugen zu können. Dies ermöglicht nun auch anderen, Glasperlen kostengünstig mit Kindern herzustellen. Auch im Kinderzentrum vergeht fast kein Tag, an dem nicht eine Hand voll Perlen von Kindern selbst geschaffen werden. Der Umgang mit Glas, Hitze, Stahldocht usw. ist ein Zauber, der jeden ergreift, der sich damit einmal befasst hat.  

Patent

Aus dem Elektrobasteln mit den Kindern hat sich seit Januar 2006 ein erstes Patent ergeben. Obwohl die Kinder und wir alle in einer Welt voller Elektrogeräte, Lampen, Computern etc. leben, haben die wenigsten eine Vorstellung davon, was Strom ist. Nun gibt es zwar seit Jahrzehnten viele Bausätze von renommierten Firmen, die Kinder an das Verständnis von Elektrizität heranführen sollen. Aber der Aufbau der Bausätze ist meist schwierig. Da muss gelötet, gesägt, verdrillt, geschraubt werden. Das ist zwar alles sinnvoll, führt aber dazu, dass die meiste Kraft in den Aufbau der Schaltung geht und nicht in ein vertieftes Verständnis von Elektronik. Das zu ändern ist uns nun gelungen. Kleine starke Magneten ersetzten die bisherigen Kontaktpunkte zwischen den elektronischen Teilen wie Lämpchen, Batterien, Schaltern, etc. . Diese Bauteile müssen mit ihren Anschlussdrähten nur noch an den Magneten gehalten werden. Dieser zieht den Draht an und stellt somit zugleich die elektrische Verbindung her. Selbst völlig ungeübte Kinder und Erwachsene können so in zwei Minuten einen Bausatz fertig stellen. Die Zeichnungen und Bilder auf den Bauplänen vermitteln kindgerecht durch Elektronen Männlein, was in der Schaltung geschieht.

Die Firma Opitec wird unseren Bausatz 2007 herausgeben.